Ausflugstipps für die Blumeninsel Madeira
Ausflugstipps
Für die unerschrockenen portugiesischen Seeleute auf ihren Entdeckungsfahrten war die Insel Madeira ein gesegneter Ort, ein sicherer Hafen, der den Rückkehrern einen ersten Vorgeschmack der Heimat vermittelte. Fällt heutzutage der Name Madeira, dann denken die meisten an den nach der Insel benannten Süßwein. Bei tiefer gehender Betrachtung aber entdeckt man ein subtropisches Paradies mit einem uralten Lorbeerwald, grünen Schluchten und zauberhaften Wasserfällen. Auf Madeira können Sie sich wie ein Forschungsreisender fühlen, ohne dabei auf all die Annehmlichkeiten verzichten zu müssen, die eine Luxusdestination zu bieten hat.
Forschungsreisende in Sachen Baukunst werden sich in ihrem Element fühlen. Die Hauptstadt Funchal wird nicht von ungefähr "Klein-Lissabon" genannt. Der Hafen wird überragt von dem imposanten Palast S.Lourenco, der aus dem 16. Jahrhundert stammt, die prächtigen Alleen in der Altstadt säumen hauptsächlich Häuser aus dem 18. Jahrhundert. Im Inselinnern findet man die berühmten, bunt bemalten Strohdachhäuser von Santana, die es so nur auf Madeira gibt.
Die berühmte rasante Talfahrt von Monte aus in einem Korbschlitten aus Holz und Weidenruten ist ein unvergessliches Erlebnis, das die Besucher schon seit über hundert Jahren begeistert, und wer bis zum Schluss durchhält hat sich sein Gläschen Madeirawein bestimmt verdient. Wenn man von Weidenruten spricht, darf man die zu Recht berühmten Korbflechter nicht unerwähnt lassen, die hauptsächlich in Camacha ihrem Handwerk nachgehen. Die kleine Insel Porto Santo im Nordosten von Madeira ist berühmt für ihren 9 km langen, schönen Sandstrand. Hier kommen Wassersportler beim Tauchen, Windsurfen oder Segeln auf ihre Kosten. Südwestlich vor Madeira schließlich liegen die abgeschiedenen Selvagens-Inseln, deren einzige Bewohner Seelöwen und Seevögel sind.
Für viele Urlauber beschränkt sich ein Urlaub auf Madeira nur auf die Hauptstadt Funchal. Madeira ist aber nicht nur Funchal. In vielen kleinen Orten zeigt sich die Insel noch von ihrer ursprünglichen Seite. So etwa in Canico, ca. 9 km östlich von Funchal. Bananenstauden umgeben das Städtchen mit Tante-Emma-Läden und gemütlichen Kneipen. Von hier geht's 2,5 km bergab zur deutschen Feriensiedlung Canico de Baixo. Am Fuße schwarzer Lavaformationen kann man baden, tauchen, hier gibt es einige sehr schöne Hotel- und Appartmentanlagen.
Auf dem Weg zur Ostspitze, der Ponta de Sao Lourenco, liegt Madeiras zweitgrößter Ort Machico (etwa 4 km vom Flughafen) - in der Bucht, wo 1419 die Insel-Entdecker landeten und wo bei Ebbe sogar ein kleiner Sandstrand erscheint. Machicos gotische Kirche gehört zu den ältesten Madeiras. Am Ufer werden Bootsrümpfe gezimmert; auf dem Markt verkauft man fangfrischen Fisch, den man in Gartenlokalen genießen kann. Zwischen kleinen Häusern und strohbedachten Hütten gedeihen Bananen und Papayas. Auch das Sportangebot ist nicht zu verachten: Surfen, Tauchen und - landeinwärts - Golfen auf dem Golfplatz von Santo da Serra.
Ein beliebtes Ausflugsziel ist auch Canical, rund 8 km von Machico entfernt. Dass dessen Geschichte untrennbar mit dem Walfang verbunden ist, zeigt eindrucksvoll das kleine „Museo da Balaia" (u.a. mit der Nachbildung eines 13 m langen Pottwals). Die Rückfahrt nach Funchal sollte über Camacha führen, wo man sich dem Korbflechterhandwerk verschrieben hat.
Eine Tour von Funchal nach Westen lohnt ebenfalls. Eilige gelangen über eine in den Fels geschlagene Schnellstraße mit etlichen Tunnel nach Ribeira Brava. Nehmen Sie dennoch die alte, kurvenreiche Panoramaroute zum Fischerort Camara de Lobos (ca. 10 km), den der englische Premier und Hobbymaler Churchill oft auf der Leinwand verewigte. Nach weiteren 10 km führt eine Abzweigung zum Cabo Girao, wo Schwindelfreie 580 m senkrecht in die Tiefe sehen können. In Ribeira Brava (etwa 29 km von Funchal) gelangt man durch einen schmalen Felstunnel zum Hafen. Im Zentrum gibt es hübsche Straßencafes; der Steinstrand aber ist nur für Fakire. Die Straße nach Ponta do Sol und weiter nach Calheta hat mehrere Tunnel und führt direkt am Meer entlang. Das Wasser kommt von oben: Es schießt die Felswand herab. Später leiten unzählige Kurven nach Prazeres, eines der vielen urigen „Nester", die hoch über dem Atlantik kleben.