Skiurlaub in der Sierra Nevada: Strand und Schnee
Skiurlaub in der Sierra Nevada
Azurblau glitzert das Wasser des Mittelmeers in der Bucht von Malaga beim Landeanflug auf die andalusische Bucht. Mit dem Mietwagen oder dem Bus geht von der Hauptstadt der Costa del Sol entlang von palmenbestandene Flussbetten gen Granada. Was klingt, wie der Auftakt zu einem gelungenen Sommerurlaub, ist die Wegbeschreibung zu einem der interessantesten Skigebiete Europas: die Sierra Nevada. Im südlichsten Wintersportareal auf dem europäischen Festland liegen Strand- und Pistenfreuden eng beieinander. Zwar werden die wenigsten, die andalusischen Küste in den Wintermonaten einen Besuch abstatten, sich noch in die Fluten des Mittelmeers stürzen, doch herrschen an den vom Seeklima geprägten Buchten der Region milde Temperaturen, die an den heimischen Frühling erinnern.
Wie anders sieht da doch das Bild nördlich des unweit gelegenen Granada aus. Schon von weiten blitzen die weißen, schneebedeckten Gipfel der Sierra Nevada durch das Blau des südlichen Himmels. Allen voran der Mulhacén, der mit 3.482 Metern der höchste Berg des spanischen Festlandes ist.
Das Wintersportgebiet der Sierra Nevada erstreckt sich rund 40 Autominuten von der maurischen Stadt Granada über 80 Pistenkilometer rund um den Skiort Pradollano. Hier schnuppert man auf 2100 Metern bereits Höhenluft. Mit 255 Sonnentagen im Jahr ist es zudem eines der sonnenverwöhntesten Skiareale Europas und das mit einer Saison, die von November bis in den Mai hineinreicht. Kein Hotel liegt weit von einem der insgesamt 30 Skilifte, darunter auch die Bergbahn, die auf den 3.398 Meter hohen Veleta führt.
Jeweils zur Hälfte gliedern sich die Pisten in Abfahrten der leichten und mittelschweren Kategorie und laden vor allen Dingen Genussskifahrer zum Entdecken des Skigebiets ein, von dem aus man an klaren Tagen über die andalusische Küste bis nach Afrika blicken kann. Insgesamt geht es hier, unter den zahlreichen Spaniern, die natürlich seit jeher um die Schönheit ihres Wintersportgebiets wissen, eher gemütlich zu. Nur selten trifft man die Einheimischen vor zehn Uhr auf der Piste. Was nicht heißen soll, dass die Sierra Nevada eine anspruchslose Skiregion ist, schließlich fand hier bereits 1996 eine Weltmeisterschaft statt. Neben den Profistrecken von damals locken auch Carving- und Freeride-Abfahrten mit Tiefschnee. Snowboader können sich zudem über eigene Pisten freuen und auch wenn es im Süden ja bekanntlich etwas länger hell bleibt, wurden Flutlicht-Nachtabfahrten eingerichtet.
Wer dann schließlich auch die letzte Abfahrt genommen hat, den erwartet in Pradollano ein weites Après-Ski-Angebot: ein gemütlicher Einkaufsbummel durch die Läden des Ortes, Schlittschuh laufen in der örtlichen Eishalle und diverse Clubs mit feierfreudigem Publikum sind nur einige Alternativen.


